Oder: Warum wir das hier machen, statt einfach zu schweigen.
Passen Sie auf. Wir könnten Ihnen jetzt erzählen, dass wir ein visionäres Medien-Projekt sind. Wir könnten Begriffe wie „agil“ oder „disruptiv“ verwenden. Aber dann müssten wir Sie anlügen, und dafür ist es heute wirklich zu bewölkt.
Die Wahrheit ist wesentlich schlichter. Wir sitzen hier in Werne, ziemlich genau am Rand von all dem Wahnsinn, den man im Prospekt „Strukturwandel“ nennt. Wenn man morgens das Fenster aufmacht, hört man im Hintergrund den Ersatzverkehr hupen und riecht nassen Asphalt. Es ist eine sehr spezifische Romantik. Die Art von Romantik, bei der man sich erst mal setzen und einen Filterkaffee aufsetzen muss.
Die Redaktion
Wir sind keine hyperaktiven Ratgeber, die Ihnen erklären wollen, wie man sein Leben optimiert. Wir sind eher die Sorte Menschen, die sich eine Stunde lang stumm darüber wundern können, dass die Beschriftung am Mülleimer auf dem Rastplatz an der A45 schief klebt. Wir beobachten das alles. Wir dokumentieren die Bürokratie. Wir schütteln den Kopf. Und dann schreiben wir es auf, damit es aus dem System ist. So spart man sich den Orthopäden.
Unsere Mission
Das Wort „Mission“ klingt, als hätten wir einen ausgereiften Plan. Haben wir nicht. Wir möchten lediglich festhalten, was passiert, wenn große politische Versprechen auf die raue Wirklichkeit einer Dauerbaustelle treffen. Wir machen Satire. Nicht, weil wir zwingend lustig sein wollen. Sondern weil die nackte Realität im Ruhrgebiet ohne eine leichte Betäubung durch Zynismus im Alltag kaum noch zu ertragen ist.
Wenn Sie also nach Tipps suchen, wie man mit innerer Achtsamkeit durch den Berufsverkehr auf der A40 gleitet, sind Sie hier falsch. Wenn Sie aber lesen wollen, wie jemand den Genehmigungsprozess einer Ampel-Wartung in epische Breite zieht, dann ziehen Sie sich die Jacke aus. Sie können bleiben.
Ruhig atmen. Glück auf.